Adrián Espinos Leidensweg begann im Alter von sechs Jahren, als ein kleiner „Bluterguss“ auf seiner Wange erschien. Im Laufe der Jahre verstärkte sich das Wachstum, beeinträchtigte seine Atmung und sein Sehvermögen stark und machte den Alltag unerträglich. Die Diagnose: polyostotische fibröse Dysplasie, eine seltene genetische Erkrankung, bei der normales Knochengewebe durch brüchiges, missgebildetes Gewebe ersetzt wird. Die Ärzte warnten seine Eltern, Adrián Sr. und Maria, dass der Tumor so lange weiterwachsen würde, wie er lebte, ohne dass eine Heilung in Sicht wäre

Mit dem Wachstum des Tumors sah sich Adrián immensen körperlichen und seelischen Belastungen gegenüber. Seine Nase war verstopft, sein rechtes Auge sah verschwommen, und schiefe Zähne machten das Essen schmerzhaft. Er kämpfte mit Depressionen und dachte oft an Selbstmord, doch er fand Kraft in seiner Familie und seinem eigenen Willen zum Durchhalten.

Der Wendepunkt kam, als Adrián und sein Vater 1000 Kilometer nach Mexiko-Stadt reisten, um sich einer riskanten Operation durch Dr. Laura Andrade Delgado zu unterziehen. Aufgrund seiner extremen Dichte musste der Tumor bei dem komplexen Eingriff Stück für Stück mit Hammer und Meißel entfernt werden. Der bis zu 3 Kilogramm schwere Tumor wurde schließlich entfernt, wodurch Adrián wieder normal atmen und essen konnte.

Die Genesung war mühsam. Die Schläuche zur Rekonstruktion seiner Nasenlöcher machten selbst einfache Tätigkeiten wie Wassertrinken schmerzhaft. Da er sich unter dem Gewicht des Tumors an das Schlafen im Sitzen gewöhnt hatte, musste Adrián sich erst wieder an einen normalen Schlafrhythmus gewöhnen. Drei Monate nach der Operation gewöhnt er sich an sein neues Aussehen und plant voller Hoffnung und Entschlossenheit seine Zukunft.

Obwohl weitere rekonstruktive Eingriffe noch notwendig sind, träumt Adrián nun davon, sein Studium abzuschließen, sein Buch zu veröffentlichen und seine Musikkarriere fortzusetzen – und das alles, während er das Leben mit einem neu entfachten Gefühl der Möglichkeiten bejaht.
